Seit Februar 2016 verzichtet Google auf seinen SERPs auf die rechte Anzeigenspalte. Der offizielle Grund sei die Angleichung des Sucherlebnisses am Desktop an die Mobile-Erfahrung. Nach einer stillen Testphase sind diese Änderungen mittlerweile weltweit ausgerollt.
Die Werbetreibenden gewinnen dafür einen Anzeigenplatz: Statt TOP 3 gibt es nun TOP 4 über den organischen Einträgen. Zusammengefasst bedeutet das: keine Anzeigen auf der rechten Seite, eine verringerte Gesamtanzahl von Anzeigen auf SERP 1, vier Top-Positionen und bis zu drei Bottom Ads.
O Column, where art thou?
Aus SEO-Sicht ist dies „ziemlich hart". Im Extrembeispiel hotels london erscheint bei Chrome und einer Auflösung von 1920×1080 kein organischer Eintrag mehr above-the-fold. Der SEO-Fachbereich sollte proaktiv auf Traffic-Abfälle überwachen.
Die rechte Anzeigenspalte erzielte lediglich 5,7% des gesamten Klickvolumens — Bottom Ads greifen mehr als dreimal so viel ab.
Google bleibt unentschlossen bei Shopping-Ergebnissen: Bei drei Produkten wird über den TOP-Ads ausgespielt, bei mehr Produkten rechts. Der Knowledge-Graph bleibt ebenfalls rechts.
Not all who wander are lost
Der Wettbewerb um Top-Positionen wird stärker, Gebote und CPCs könnten steigen. Allerdings gibt es erste Entwarnung: Eine Studie von intelliAd zeigt, dass sich die CPCs auf Seite 1 nur um zwei Prozent erhöht haben, für die Top 3 sogar nur um einen Prozent.
Das Klickvolumen der Bottom Ads ist auffallend hoch: Während die rechte Spalte lediglich 5,7% des gesamten Klickvolumens erzielte, greifen die Bottom Ads mehr als dreimal so hohes Klickvolumen ab (rd. 19%).
3 Akut-Tipps für Werbetreibende
- Positionen beobachten: Es kann passieren, dass Keywords aus dem sichtbaren Bereich fallen, falls nicht auf Top-Positionen geboten wird.
- Erweiterungen nutzen: Anzeigenerweiterungen (Sitelinks, Callout) werden noch wichtiger, um sich abzugrenzen. Die „Premium"-Erweiterungen sind nicht mehr nur auf Position 1 beschränkt.
- Ruhe bewahren: Budget nicht plötzlich um 200% erhöhen. Gutes Augenmaß und tägliche Zahlenüberwachung reichen aus. Bottom Ads können noch etwas auffangen, wenn TOP 4 nicht erreicht wird.